antjeinmexico

Ein Blog über mein PJ in Mexico City

sábado, marzo 24, 2007

Veracruz

Martin und ich sind jetzt fast am Ende unserer Reise angelangt, das heisst, wir naehern uns langsam wieder Mexico Stadt. Heute waren wir den 2. Tag in Veracruz, der grossen Hafenstadt am Golf von Mexico, wo Hernan Cortes 1519 Mexico zum ersten Mal betreten hat.

Hier gefaellt es uns gut, die Stadt ist zwar gross und eindeutig eine Hafenstadt, aber trotzdem angenehm, mit einem schoenen, mit Baeumen bestandendem Zocalo (Hauptplatz) und breiten Strassen und Fussgaengerzonen, durch die man schlendern kann.
Wir haben allerdings gestern eher im Aquarium aufgehalten, dass zu recht einen sehr guten Ruf hat. Am besten ist das riesige 360 Grad Becken, in dem Rochen, Barracudas und andere grosse Fischen schwimmen, von denen Martin jede Menge Fotos gemacht hat. Es gab auch Haie und Meeresschildkroeten zu sehen. Heute waren wir dannauf der Festung Veracruz', die kuenstlich angelegt im Hafen liegt, aus Korallen gebaut. Die Festung hat eine etwas traurige Geschichte als grausamtes Gefaengnis MExicos hinter sich. Bei der Fuehrung durch die Gebauede wurden uns die verschiedenen Foltermethoden genauestens dargelegt.

Wir wollten dann heute noch ein bisschen das Meer und den Strand hier ausprobieren, aber der Sand ist schwarz und voller Algen und Muell und das Meer hat so eine starke Brandung, dass man SChwimmen vergessen kann. Naja, wir waren einmal drin...

Morgen gehts dann schon zurueck nach Mexico Stadt, wobei wir wahrscheinlich noch einen kleinen Abstecher zu den Vulkanen machen.

lunes, marzo 19, 2007

Playa del Carmen

Nach all den vielen Maya Ruinen der letzten Tage sind Martin und ich jetzt den 2.Tag in Playa del Carmen, der Stadt mit der zweifelhaften Superlative, die am schnellsten wachsende Stadt der Welt zu sein. Der Bundesstaat Quintana Roo, in den wir zur Zeit sind, ist der juengste Bundesstaat MExicos, erst vor ca. 20 Jahren wurde er vom Status eines Territoriums zum Bundesstaat erhoben. Vor ca. 30 Jahren wurden hier die ersten Hotels gebaut, Cancun gab es vorher nicht, nur Mangroven, Urwald und lange weisse Straende. Wie ueberall hat der Aufschwung hier 2 Seiten. Die Leute hier koennen sich jetzt Fernseher leisten und ihre Kinder in die Schule schicken, aber es gibt Muell, Trinkwassermangel und eine voellig ungebremste Bauwut mit gewaltiger, allgewaertiger Korruption.

Naja, nun dazu, was Martin und ich hier machen. Wir liegen am Strand, schlendern durch die Einkaufsstrasse, versuchen aber weitgehend dem Trubel zu entfliehen und aegern uns, dass alle wollen, dass wir in US Dollar anstatt in mexikanischen Pesos bezahlen (viele Amerikaner haben ueberhaupt kein Geld umgetauscht und hinterlassen sogar auf den Toiletten Dollarscheine)

Heute waren wir am Nachmittag Schnorcheln am Riff. Es war relativ stark windig und auf dem Boot zum Riff sind wir richtig hin- und hergeworfen worden. Das Schnorcheln war schoen, wir haben eine Menge unterschiedlicher Fische, bunte und grosse, Krebse und Seesterne gesehen. Mir dreht sich allerdings jetzt noch alles, und ich fuehle mich ein bisschen schummrig, die Wellen haben mich doch ein bisschen mitgenommen.

Vor 3 Tagen waren wir auf einer "Eco"-Tour in das Naturschutgebiet Sian Kaan, an der Grenze zu Belize. Das war teuer, aber richtig gut angelegtes Geld, denn wir haben direkt bei dem Naturschutzverein gebucht, hatten einen super Fuehrer, und ein Teil des Geldes geht in ein Programm fuer mexikanische Schulkinder der Region, um ihnen den richtigen Umgang mit der Natur zu zeigen. Wir sind auf Booten durch die Mangrovenwaelder gefahren und haben viele Voegel und einen jungen Rochen ("Sting ray") gesehen. Ich kenne leider die englischen Namen der Tiere nicht so gut, aber der Fuehrer hat mir die Tiere auch immer noch im Bestimmungsbuch gezeigt. Es waren auf jeden Fall Reiher und Geier dabei und "Herons". Der HOehepunkt war aber der Teil, wo wir uns Schwimmwesten wie Windeln angezogen haben und uns damit ca. eine halbe Stunde durch einen Suesswasserkanal haben treiben lassen, der starke Stroemmung hatte. Ich hatte nur die Sorge, dass auf einmal ein Krokodil angeschwommen kommt...

Einen Tag spaeter war wir dann auf eigene Faust auf Erkundungstour im Dschungel, im voellig undurchdringlichen Wald Yucatans. Cobá ist eine Ruinenanlage, die erst kuerzlich entdeckt wurde und weniger besucht ist. Man kann sich dort Fahrraeder mieten und damit auf dem ausgedehnten Gebiet herumfahren. Viele der Gebaeude sind noch voellig vom Wald ueberwunchert, aber die grosse Pyramide kann in bruetender Hitze hinaufkrabbeln und hat von oben einen atemberaubenden Blick. Undurchdringlicher Wald in alle Richtungen soweit das Auge reicht. Sobald man ein paar Schritte von den ausgetretenden Wegen abweicht, ist man dann auch mitten im Wald, auf einmal hoert man nur noch Vogelschwitschern und die Eidechsen. Martin und ich hatten einmal das Gefuehl, ein Knurren gehoert zu haben, und dachten schon, gleich werden wir vom Jaguar gefressen, aber was oder wer geknurrt hat, haben wir nie erfahren.

Morgen gehts dann auch schon weiter, weg aus Yucatan wieder an die Golfkueste nach Tabasco.

jueves, marzo 15, 2007

Chichen Itza

Chichen Itza, die grosse Maya-Ausgrabungsstaette, der Bericht, auf den ihr natuerlich alle gewartet habt...
Vor gestern waren Martin und ich da, und ich kann schon mal bestaetigen, dass es wohl zu recht die Superlative der Maya Ruinen Yucatans genannt wird.
Wir haben uns kurzfristig gegen eine gefuehrte Tour von Merida aus entschieden und sich auf eine Faust zuerst nach Valladolid, und dann nach Chichen itza gefahren.

Vielleicht sollte ich daher erst mal mit Valladolid anfangen: Die zweitgroesste Stadt Yucatans, des Bundesstaates, aber schon mal deutlich ruhiger als Merida, mit einem wunderschoenen, baumgestandenen Zocalo und einem Benediktinerkloster, dass ueber einem alten Cenote gebaut wurde. Was das ist? Ein Cenote wird dadurch geformt, dass in dem Kalksteinboden Yucatans das Regenwasser einfach versinkt und im Laufe der Zeit unterirdisch Hoehlen entstehen. wenn der boden darueber zu poroes wird, stuerzt er ein und es entstehen eben diese Centotes - Wasserloecher. Jede Maya-Stadt wurde in der naehe eines solchen Cenote gebaut, es gibt naemlich auf Yucatan keine oberflaechlichen Fluesse. Die Cenotes in der Naehe von Valladolid sind besonders bekannt, weil man zu ihnen hinuntersteigen kann und und darin auch baden kann. Es gibt dort sogar Fische, keine Ahnung, wie die dahin gekommen sind. Von oben, durch das kleine Loch in der Deckt faellt das Sonnenlicht, Fledermaeuse fliegen unter der Decke und lange Lianen und Stalaktiten haengen von der Decke bis ins Wasser, dass wunderbar klar ist.

Von Valladolid sind wir am naechsten Morgen um 6 Uhr aufgestanden und nach Chichen Itza gefahren. Gluecklicherweise haben wir am Eingang (8Uhr morgens - menschenleer) ein schweizer paerchen getroffen, mit dem wir uns 2 Stunden eine Fuehrung geteilt haben. Das war wie sich herausstellte, eine super Idee. Unser Fuehrer machte schon seit 30 Jahren Fuehrungen durch die Ruinen und hat uns unglaublich viel ueber die Hintergruende der Mayas, aber auch ueber die "Entdeckung" Chichen Itzas durch amerikanische Abenteuer in den 20erjahren und die darauf folgenden Pluenderungen erzaehlt. Er hat sich auch Muehe gegeben, zu betonen, wie subjektiv alle information ist, die wir ueber die Maya haben, dass eigentlich jeder die Reliefs anders interpretiert und dass unser Wissen heute durch die Haende der Moenche von damals kommt, die die Maya als blutruenstige Wilde dargestellt haben.
Man merkte hier wieder, wie sehr es die Mexikaner kraenkt, so dargestellt zu werden. Wie sehr es sie schmerzt, dass so viel von ihrer Geschichte zerstoert wurde und nie wieder richtig ans Licht gebracht werden kann.
Ueber die Anlange an sich erzaehle ich euch hier gar nicht so viel, ich zeige lieber die Fotos, die Martin mit seiner Superkamera gemacht hat. Leider konnte man auf fast keine der Pyramiden mehr rauf, zu viele Touristen haben versucht, Steine abzusprechen, ihre Signaturen zu hinterlassen und waren alt und gebrechlich und mussten trotzdem auf die Pyramiden krabbeln, was sie das Leben gekostet hat und uns um das Vergnuegen, Chichen Itza von oben zu sehen.

Heute waren wir dann gleich in Tulum, inzwischen bin auch so ein bisschen gesaettigt mit Maya-Ruinen. Tulum ist direkt an der karibik, wunderbar gelegen. Man sieht die grauen Steinruinen, mit den grossen (30cm grossen Leguanen drauf) und das gruene Gras und dahinter den reinweissen Strand und das Meer. Es sind so aus, wie man sich es im Traum vorstellt. Lange Sandstraende mit Kokospalmen und das Wasser in verschiedenen Farben. Wunderschoen.
Martin hat sich heute auch einen richtigen Sonnenbrand eingefangen, obwohl wir nur im Schatten am Strand lagen...

Morgen fahren wir nach Sian Kaan, dann erzaehle ich mehr...

lunes, marzo 12, 2007

Merida

Am Samstag abend habe ich ein weiteres "Mexico" kennengelernt, inzwischen kenne ich also 3 verschiedene "Mexicos".
Das erste ist die Stadt Mexico, ueberfuellt von Menschen, Verkehr, mit dem staendigen Gefuehl der Unsicherheit. Aber auch mit den Menschen, die einen nicht wie einen Turisten behandeln, die interessiert und offen sind. Mit all den Moeglichkeiten einer Grossstadt, dem Muell und den wunderschoenen Parks.

Das zweite Mexico war der Sueden des Landes, wo Antje und ich ein armes, laendliches Mexico kennengelernt haben, mit schoenen, entspannten Staedten und reichem kulturellen Hintergrund. Dort gab es fast keine amerikanischen Turisten, dafuer aber viele Europaer, die entweder an der Natur und der indianischen Kultur interessiert warebn, oder politisch motiviert nach Chiapas gereist sind.

Hier auf Yucatan lerne ich jetzt das amerikanische Mexico kennen, wo einen jeder aus Englisch anspricht und alles auf Massenturismus ausgelegt ist. Die Mayaruinen sind wirklich beeindruckend und die turistische Infrastruktur laesst nichts zu wuenschen uebrig...

Heute auf jeden Fall haben wir eine organisierte Tour nach Uxmal und Kabah gemacht. Mit einem kleinen Bus und 13 Leuten, wobei aber auch 2 spanische Schwestern und ein schwedisch-franzoesisches Paerchen war. Unser Fuehrer war sehr engagiert und hat uns auch viele Maya-Hintergruende, besonders die Maya Sprache - seine Muttersprache - versucht naeherzubringen.
Uxmal ist wirklich sehr schoen, wunderbar verzierte Ruinen, unglaublich steile Treppen (auf die man leider nicht mehr rauf kann). Von der Sonnenpyramide kann man weit ueber die Ebene Yucatans sehen, das Land ist hier ganz flach. Unser Fuehrer hat versucht, uns zu ueberzeugen, dass die Mayas nicht so blutruenstig wie die Azteken waren, dass eigentlich erst die Tolteken, die spaeter Einfluss ueber das Maya Gebiet hatten, den Kult der Menschenopfer nach Yucatan brachten.
So ganz kann ich das allerdings nicht glauben, wo doch das Anthropologische Museum und meine Buecher einschlaegig von der gemeinsamen Kultur der Menschenopfer der mesoamerikanischen Voelker reden. Die Goetter, besonders die Sonne, braucht naemlich nach der Ueberzeugung der Ureinwohner Blut als Staerkung im Kampf gegen die Unterwelt, die sie jede Nacht durchqueren muss.

Morgen wollen wir weiter nach Valladolid fahren. Unser Aufenthalt in Merida wird naemlich davon kompliziert, dass Bush gerade fuer eine Stippvisite nach Merida kommt, und deswegen alles voll von Polizei und Strassensperren ist. Es gibt auch keine Touren morgen und zum Glueck waren wir heute in Uxmal, denn morgen guckt sich dort der amerikanische Praesident um. Die 200 Einwohner des Dorfes, in dem Bush in einem Luxishotel uebernachtet, duerfen uebrigens in den naechsten 3 Tagen nicht ihre Haeuser verlassen....

lunes, marzo 05, 2007

Puerto Escondido

Ueber Puerto Escondido gibt es eigentlich gar nicht so viel spannendes zu berichten. Wir haben eben 2 Tage am Strand verbracht und gemacht, was man eben am Strand so macht.
Puerto Escondido heisst "versteckter Hafen", was heute aber nicht mehr so ganz stimmt. Es ist schon einer der Hauptbade- und strandtorte, nachdem Acapulco total verschandelt wurde. Und Puerto Escondido hat sich trotz der vielen Touristen noch Charme bewahrt. Es gibt keine Hochhaeuser am Strand, das Meer ist sauber und es gibt wirklich gutes, guenstiges Essen, natuerlich hauptsaechlich Meeresfruechte.
Einer der Straende, der nicht durch eine Bucht geschuetzt ist, ist ein Surfstrand von Weltruf. Allerdings eher im Herbst, jetzt ist Nebensaison, und alles ist eher ruhig. Trotzdem ist die Surferatmossphaere, ueberall zu spueren.

Antje und ich haben also am Strand gelegen, uns ein bisschen verbrannt und endlich mal in Ruhe gelesen. Die zwei Abende haben wir auf der Terrasse unseres Hostels verbracht, mit den "travelern" aus aller Welt geredet uns uns einfach nur entspannt.
Und heute sind wir in Oaxaca angekommen, der letzten Etappe unserer Reise.

sábado, marzo 03, 2007

San Cristobal de las casas

Die letzten beiden Tage haben Antje und ich in San Cristobal und Ungebung verbracht und ich waere gerne laenger dageblieben, aber dazu reicht die Zeit leider nicht. San Cristobal ist eine sehr angenehme Stadt, zum einen wegen des fruehlingshaften Klimas, zum anderen wegen der Vielzahl der Sehenswuerdigkeiten in der Umgebung.

Vorgestern waren wir z.B. mit einer organisierten Tour im Cañon de Sumidero, einer Schlucht, die ueber 1000m tief ist. Wir sind dort 2 Stunden mit "Lanchas", mit Motorbooten auf dem Fluss gefahren worden, der durch die Schlucht fliesst. Von dort hat man spektakulaere Blicke auf die Felshaenge der Schlucht und einen Einblick in das dortige Tierleben. Wir haben Geierkolonien gesehen und Krokodile, wobei wir alle erst geglaubt haben, dass Krokodil, dass auf einem sonnigen Felsen lag, sei aus Plastik, besonders, weil man so weit in seinen geoeffneten Mund blicken konnte. Selbst als es auf einmal ins Wasser, direkt neben dem Boot, geglitten ist, habe ich mich noch kurz gefrag, wie sie das Plastikkrokodil bewegt haben. Aber es war echt. Wir haben danach dann noch mehrere gesehen, die sich auch bewegt haben.
Ansonsten muss man leider sagen, dass das Wasser doch einen recht verschmutzten Eindruck gemacht hat. Auch wenn an der Strasse und ueberall Schilder stehen, dass man kein Muell in die Landschaft werfen soll, ist bei den Mexikanern das Bewusstsein fuer Umweltschutz oder die Moeglichkeit dazu noch nicht so recht angekommen.

Gestern haben wir eine groessere Tour gemacht, die uns bis an die Grenze nach Guatemala gebracht hat, zu den Seen Montebello. Wir waren nur eine kleine Gruppe, ausser Antje und mir nur ein hollaendisches Paar in unseren Alter, so dass wir mir unserem Fuehrer/Fahrer in seinem Privatauto gefahren sind. Das war zwar etwas eng, aber nett, weil er auch eine Menge erzaehlt hat. Wir sind auf dem Weg durch die autonomen Gebiete der Zapatisten und durch einige Militaerkontrollen (ohne Probleme) gekommen und ausserdem durch eine Menge Gemeinde, die neu entstanden sind aus Indigenas, die aus ihren Doerfern ausgeschlossen wurden, weil sie zum evanglikalen Protestantismus uebergetreten sind. Wir waren leider nicht in einer der urspruenglichen Indigena-Gemeinden, Auslaender "Weisse" sind dort auch nicht willkommen, aber der Fahrer hat uns eine Menge erzaehlt. In die dortigen Kirchen z.B. gehen die Indigenas, wenn sie krank sind. Dort ist dann ein Shamane, der den Kranken mit einem lebenden Huhn umrundet, (das Huhn nimmt die Krankheit in sich auf) und dann wird dem huhn der Hals umgedreht und der Kranke ist geheilt. Fuer aehnliche Zwecke wird auch Coca Cola genutzt.
Bevor wir in den Nationalpark Montebello gekommen sind, haben wir an dem Wasserfall Chiflon halt gemacht. DAs war wirklich sehr geeindruckend. Wir sind ca. 40 min. an dem rauschenden Fluss bergan gestiegen, der kristallklares Wasser hat, durch immer dichter werdenden Wald, bis sich vor uns der Blick auf den gigantischen Wasserfall oeffnete. Auf dem Rueckweg konnten wir es uns nicht nehmen lassen, kurz in den Fluss zu springen, an einer Stelle wo das Wasser etwas ruhiger war. Das Wasser war eiskalt und wunderbar erfrischend!

Die Seen im Nationalpark Montebello haben wir uns dann am Nachmittag angeguckt, nachdem wir schon geraume Zeit im Auto verbracht hatten. Aber es hat sich gelohnt so lange zu fahren. Jeder See hat eine andere Farbe und in dem Wald, der ansonsten verdaechtig nach Norwegen aussieht, wachsen Orchiden und Kaffee. Wir haben dann noch eine kleine Tour auf einem sehr wackeligen Floss ueber die Seen gemacht und sind ziemlich muede und erledigt abends wieder in San Cristobal angekommen. Antje und ich haben dann den Nachtbus nach Purto Escondido, an die Kueste Oaxacas genommen, dort sind wir dann heute angekommen.

miércoles, febrero 28, 2007

Palenque

Inzwischen bin ich aus den USA wieder zurueck, habe 2 Tage Mexico-Stadt im Schnelldurchgang mit Antje hinter mir, bin in den Dschungel runtergefahren und wieder auf in das Hochland Chiapas. Danach brauchten Antje und ich erst mal einen Erholungstag....

Am Montag abend sind wir also zu unserer Rundtour durch Chiapas und Oaxaca aufgebrochen. Das sind die beiden grossen Bundeslaender suedlich der Hauprstadt, die eher laendlich, arm und politisch unruhig sind, aber durch eine wunderbare, abwechselungsreiche Landschafte, reiche kulturelle Vergangenheit und Gegenwart und wunderbares Essen hervorstechen.

Nach der gut 14stuendigen Busfahrt kamen wir dann Dienstag morgen in Palenque, dem Ort der bekannten MAya-Ruinen, an. Palenque liegt am noerdlichen Zipfel des Hochlandes von Chiapas, an der Grenze zu der Ebene von Yucatan, aber mitten im Dschungel. Als wir morgens ankamen lag alles dicht im Nebel, der sich dann aber schnell gelueftet hat und uns der erbarmungslosen Sonne ausgeliefert hat. Man muss schon sagen, dass das Klima, auf jeden Fall fuer uns Europaer, unertraeglich ist, besonders wenn man gerade aus dem fruehlingshaften Mexico kommt. DIe Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 80%, man schwimmt geradezu durch die Strassen. Wir sind dann auch gleich aufgebrochen zu den Ruinen, haben alle Guides ausgeschlagen und uns alleine umgeguckt. Ich weiss gar nicht, was ich so viel erzaehlen soll ueber Palenque, die Fakten kann man besser soanders nachlesen und fuer den Eindruck brigne ich die Fotos mit nach Deutschland. Es ist wirklich beeindruckend, besonders durch die Kulisse, bei der man das Gefuehl hat, dass die Ruinen jede Minute vom Wald ueberwuchert werden. Der Ausblick von oben, von der Pyramide del Sol ist spektakulaer. Man sieht auf die weiter unten liegenden Gebaeude und im Hintergrund die ewig sich erstreckende Ebene. Auf der anderen Seite erhebt sich der undurchdrignlich erscheinende Urwald, und amn fragt sich, wie viele Schaetze er wohl noch in sich verbirgt. Fuer Cineasten wie Antje und ich kam unweigerlich natuerlich auch das "Indiana Jones" Gefuehl auf, obwohl er in den Filmen nie so zu zerfliessen zu scheint, wie wir an diesen Tag.

Mit aller Musse hatten wir um 13Uhr aber alles gesehen und waren wieder zurueck im Ort. Dort mussten wir feststellen, dass es absolut nichts zu tun gab bis zum naechsten Tag und keine Abkuehlung zu erwarten war, also sind wir kurzentschlossen gleich weitergefahren nach San Cristobal de las casas. Die Fahrt dahin war eine beeindruckende Serpentinenfahrt durch den Regenwald und wieder hinauf auf 2100m. Ich muss sagen, ich konnte sie leider nicht so ganz geniessen, weil ich immer so am Rande der Uebelkeit war, der Fahrer ist die Kurven auch mit Leidenschaft ausgefahren! Antje sagt, wir sind auch an vielen Armee-Stuetzpunkten vorbeigefahren, und generell sieht man hier in Chiapas unheimlich viel Militaer, das fuer Ruhe sorgen soll, aber abgesehen von den Soldaten, die auf mich nicht sehr vertrauenserweckend wirken, ist es hier ueberall angenehm, freundlich (arm) und/aber man fuehlt sich sicher.

San Cristobal ist so etwas wie die kulturelle Hauptstadt Chiapas, ein Turistenort, in dem 1994 die Revolte der EZLN (Ejercito Zapatista Liberacion Naciona), der Zapatisten, stattgefunden hat. Heute ist es die Hochburg der jungen, linksgerichteten europaeischen Globalisierungsgegner und der Mexikaner, die fuer die Rechte und die Kultur der Indigenas, der indianischen BEvoelkerung eintreten. Man sieht also im Strassenbild viele Frauen mit traditionellen gewebten Roecken und Schals und viele grosse weisse Studenten mit Dread Locks. Es gibt viel "Organic Food" und "Cafe de Chiapas" und immer wieder verkaufen Haendler Sturmhauben der EZLN und Bilder von Subcomandate Marcos, deren Chef.
Wir mussten uns wie gesagt heute erst mal ein bisschen von den langen Busfahrten erholen und haben uns in aller Ruhe die Stadt und den Markt angeguckt. Dort hat man schon auch gemerkt, dass die Muttersprache vieler hier nicht Spanisch ist, sondern die Indigena-Sprachen gesprochen werden.