Chichen Itza, die grosse Maya-Ausgrabungsstaette, der Bericht, auf den ihr natuerlich alle gewartet habt...
Vor gestern waren Martin und ich da, und ich kann schon mal bestaetigen, dass es wohl zu recht die Superlative der Maya Ruinen Yucatans genannt wird.
Wir haben uns kurzfristig gegen eine gefuehrte Tour von Merida aus entschieden und sich auf eine Faust zuerst nach Valladolid, und dann nach Chichen itza gefahren.
Vielleicht sollte ich daher erst mal mit Valladolid anfangen: Die zweitgroesste Stadt Yucatans, des Bundesstaates, aber schon mal deutlich ruhiger als Merida, mit einem wunderschoenen, baumgestandenen Zocalo und einem Benediktinerkloster, dass ueber einem alten Cenote gebaut wurde. Was das ist? Ein Cenote wird dadurch geformt, dass in dem Kalksteinboden Yucatans das Regenwasser einfach versinkt und im Laufe der Zeit unterirdisch Hoehlen entstehen. wenn der boden darueber zu poroes wird, stuerzt er ein und es entstehen eben diese Centotes - Wasserloecher. Jede Maya-Stadt wurde in der naehe eines solchen Cenote gebaut, es gibt naemlich auf Yucatan keine oberflaechlichen Fluesse. Die Cenotes in der Naehe von Valladolid sind besonders bekannt, weil man zu ihnen hinuntersteigen kann und und darin auch baden kann. Es gibt dort sogar Fische, keine Ahnung, wie die dahin gekommen sind. Von oben, durch das kleine Loch in der Deckt faellt das Sonnenlicht, Fledermaeuse fliegen unter der Decke und lange Lianen und Stalaktiten haengen von der Decke bis ins Wasser, dass wunderbar klar ist.
Von Valladolid sind wir am naechsten Morgen um 6 Uhr aufgestanden und nach Chichen Itza gefahren. Gluecklicherweise haben wir am Eingang (8Uhr morgens - menschenleer) ein schweizer paerchen getroffen, mit dem wir uns 2 Stunden eine Fuehrung geteilt haben. Das war wie sich herausstellte, eine super Idee. Unser Fuehrer machte schon seit 30 Jahren Fuehrungen durch die Ruinen und hat uns unglaublich viel ueber die Hintergruende der Mayas, aber auch ueber die "Entdeckung" Chichen Itzas durch amerikanische Abenteuer in den 20erjahren und die darauf folgenden Pluenderungen erzaehlt. Er hat sich auch Muehe gegeben, zu betonen, wie subjektiv alle information ist, die wir ueber die Maya haben, dass eigentlich jeder die Reliefs anders interpretiert und dass unser Wissen heute durch die Haende der Moenche von damals kommt, die die Maya als blutruenstige Wilde dargestellt haben.
Man merkte hier wieder, wie sehr es die Mexikaner kraenkt, so dargestellt zu werden. Wie sehr es sie schmerzt, dass so viel von ihrer Geschichte zerstoert wurde und nie wieder richtig ans Licht gebracht werden kann.
Ueber die Anlange an sich erzaehle ich euch hier gar nicht so viel, ich zeige lieber die Fotos, die Martin mit seiner Superkamera gemacht hat. Leider konnte man auf fast keine der Pyramiden mehr rauf, zu viele Touristen haben versucht, Steine abzusprechen, ihre Signaturen zu hinterlassen und waren alt und gebrechlich und mussten trotzdem auf die Pyramiden krabbeln, was sie das Leben gekostet hat und uns um das Vergnuegen, Chichen Itza von oben zu sehen.
Heute waren wir dann gleich in Tulum, inzwischen bin auch so ein bisschen gesaettigt mit Maya-Ruinen. Tulum ist direkt an der karibik, wunderbar gelegen. Man sieht die grauen Steinruinen, mit den grossen (30cm grossen Leguanen drauf) und das gruene Gras und dahinter den reinweissen Strand und das Meer. Es sind so aus, wie man sich es im Traum vorstellt. Lange Sandstraende mit Kokospalmen und das Wasser in verschiedenen Farben. Wunderschoen.
Martin hat sich heute auch einen richtigen Sonnenbrand eingefangen, obwohl wir nur im Schatten am Strand lagen...
Morgen fahren wir nach Sian Kaan, dann erzaehle ich mehr...