antjeinmexico

Ein Blog über mein PJ in Mexico City

miércoles, febrero 28, 2007

Palenque

Inzwischen bin ich aus den USA wieder zurueck, habe 2 Tage Mexico-Stadt im Schnelldurchgang mit Antje hinter mir, bin in den Dschungel runtergefahren und wieder auf in das Hochland Chiapas. Danach brauchten Antje und ich erst mal einen Erholungstag....

Am Montag abend sind wir also zu unserer Rundtour durch Chiapas und Oaxaca aufgebrochen. Das sind die beiden grossen Bundeslaender suedlich der Hauprstadt, die eher laendlich, arm und politisch unruhig sind, aber durch eine wunderbare, abwechselungsreiche Landschafte, reiche kulturelle Vergangenheit und Gegenwart und wunderbares Essen hervorstechen.

Nach der gut 14stuendigen Busfahrt kamen wir dann Dienstag morgen in Palenque, dem Ort der bekannten MAya-Ruinen, an. Palenque liegt am noerdlichen Zipfel des Hochlandes von Chiapas, an der Grenze zu der Ebene von Yucatan, aber mitten im Dschungel. Als wir morgens ankamen lag alles dicht im Nebel, der sich dann aber schnell gelueftet hat und uns der erbarmungslosen Sonne ausgeliefert hat. Man muss schon sagen, dass das Klima, auf jeden Fall fuer uns Europaer, unertraeglich ist, besonders wenn man gerade aus dem fruehlingshaften Mexico kommt. DIe Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 80%, man schwimmt geradezu durch die Strassen. Wir sind dann auch gleich aufgebrochen zu den Ruinen, haben alle Guides ausgeschlagen und uns alleine umgeguckt. Ich weiss gar nicht, was ich so viel erzaehlen soll ueber Palenque, die Fakten kann man besser soanders nachlesen und fuer den Eindruck brigne ich die Fotos mit nach Deutschland. Es ist wirklich beeindruckend, besonders durch die Kulisse, bei der man das Gefuehl hat, dass die Ruinen jede Minute vom Wald ueberwuchert werden. Der Ausblick von oben, von der Pyramide del Sol ist spektakulaer. Man sieht auf die weiter unten liegenden Gebaeude und im Hintergrund die ewig sich erstreckende Ebene. Auf der anderen Seite erhebt sich der undurchdrignlich erscheinende Urwald, und amn fragt sich, wie viele Schaetze er wohl noch in sich verbirgt. Fuer Cineasten wie Antje und ich kam unweigerlich natuerlich auch das "Indiana Jones" Gefuehl auf, obwohl er in den Filmen nie so zu zerfliessen zu scheint, wie wir an diesen Tag.

Mit aller Musse hatten wir um 13Uhr aber alles gesehen und waren wieder zurueck im Ort. Dort mussten wir feststellen, dass es absolut nichts zu tun gab bis zum naechsten Tag und keine Abkuehlung zu erwarten war, also sind wir kurzentschlossen gleich weitergefahren nach San Cristobal de las casas. Die Fahrt dahin war eine beeindruckende Serpentinenfahrt durch den Regenwald und wieder hinauf auf 2100m. Ich muss sagen, ich konnte sie leider nicht so ganz geniessen, weil ich immer so am Rande der Uebelkeit war, der Fahrer ist die Kurven auch mit Leidenschaft ausgefahren! Antje sagt, wir sind auch an vielen Armee-Stuetzpunkten vorbeigefahren, und generell sieht man hier in Chiapas unheimlich viel Militaer, das fuer Ruhe sorgen soll, aber abgesehen von den Soldaten, die auf mich nicht sehr vertrauenserweckend wirken, ist es hier ueberall angenehm, freundlich (arm) und/aber man fuehlt sich sicher.

San Cristobal ist so etwas wie die kulturelle Hauptstadt Chiapas, ein Turistenort, in dem 1994 die Revolte der EZLN (Ejercito Zapatista Liberacion Naciona), der Zapatisten, stattgefunden hat. Heute ist es die Hochburg der jungen, linksgerichteten europaeischen Globalisierungsgegner und der Mexikaner, die fuer die Rechte und die Kultur der Indigenas, der indianischen BEvoelkerung eintreten. Man sieht also im Strassenbild viele Frauen mit traditionellen gewebten Roecken und Schals und viele grosse weisse Studenten mit Dread Locks. Es gibt viel "Organic Food" und "Cafe de Chiapas" und immer wieder verkaufen Haendler Sturmhauben der EZLN und Bilder von Subcomandate Marcos, deren Chef.
Wir mussten uns wie gesagt heute erst mal ein bisschen von den langen Busfahrten erholen und haben uns in aller Ruhe die Stadt und den Markt angeguckt. Dort hat man schon auch gemerkt, dass die Muttersprache vieler hier nicht Spanisch ist, sondern die Indigena-Sprachen gesprochen werden.