Die grosse Pyramide von Cholula
Am Sonntag habe ich einen Ausflug nach Cholula gemacht, eine Stadt, die 365 Kirchen haben soll, eine fuer jeden Tag im Jahr. Ich bin allerdings nicht Kirchen besichtigen gegangen, sondern habe mir die groesste mexikanische, und mesoamerikanische, Pyramide angeschaut.
Cholula ist ein Vorort von Puebla, der Stadt in der das bekannte Volkawagen Werk liegt. Von MExico Stadt sind es ungefahr 2 Stunden Fahrt, vorbei an den Zwillingsvulkanen Popocatepetl und Iztaccíhuatl. Am Rande der Strasse, im Schatten lagen sogar noch Schneereste.
Von der Pyramide in Cholula sind leider nur noch Ruinen uebrig, eigentlich sieht sie eher aus wie ein Huegel mit einer Kirche drauf. Das kommt daher, dass die Bewohner Cholulas sich 1521 gegen Cortes gestellt haben. Dafuer haben sie bitter bezahlt, die Stadt wurde komplett niedergebrannt und eben diese Kirche auf den Resten der Pyramide errichtet. Deshalb auch die Unmenge an Kirchen in der ganzen Stadt.
Die archologische Staette besteht groesstenteils aus Tunneln, die durch die gesamte Pyramide gegraben wurden, hier seht ihr den Ausgang und die Kirche auf der Spitze.
Es ist schon ein komisches Gefuehl durch diese Tunnel, die ziemlich eng und niedrig sind, zu laufen und daran zu denken, dass man gerade in einer Pyramide ist. Ich musste dabei an die Geschichten ueber die Grabraeuber in Aegypten denken, die sich in den Pyramiden verlaufen haben. In Mexico sind es keine originalen Tunnel und es gibt auch keine Grabkammern oder Schaetze mehr zu entdecken, aber das Gefuehl, dass man nie mehr hinausfinden wird, kann einen doch ueberkommen.
Ich bin auch auf den "Huegel" hinaufgeklettert (und habe dabei ganz schoen geschnauft). ausser mir waren eine Menge Kirchgaenger unterwegs und aus Lautsprechnern hallten ueber das ganze Gebiet fromme Moralgeschichten fuer die Glaeubigen. Mich ueberkam dabei ein komisches Gefuehl, ich fand es ein bisschen schade, dass von der Kultur der urspruenglichen Einwohner von Cholula so wenig uebriggeblieben ist. Und das das, was noch steht, von den Kirchenglocken uebertoent wird.
Am Samstag davor war ich den ganzen Tag tanzen, zuerst in einer Academie fuer Taenze, so etwas wie eine Tanzschule, und danach in Coyoacan, den schoenen Stadtteil im Sueden Mexicos. Dort wird Samstag nachmittags "Danzón" getanzt, unter freiem Himmel auf einer Art Dorfplatz. Danzon ist ein mexikanischer Tanz, eine Mischung aus mexikanischen und kubanischen Rhythmen. Die Musik ist einfach wunderbar und die Atmossphaere ist so, wie ich mir Mexico zur Zeit vor der Revolution (Anfang des 20. Jahrhunderts) vorstelle. Man kann sich bei der Musik bildlich die wohlhabenden MExikaner bei ihren Festen auf ihren Haciendas vorstellen, die Frauen mit den weiten Roecken und Faechern und die Maenner mit blank geputzen Schuhen und Hueten.
Auf dem Dorfplatz am Samstag war es jedenfalls gerammelt voll, allerdings in der Mehrheit elegante aeltere Ehepaare. Und auch eine Liveband, mit Trompeten und Marimba...
Ich habe auf der Seite der jungen Taenzer Danzon tanzen gelernt, Lehrer gibt es immer genug, so dass man nie lange sitzen muss. Ich habe jetzt auch einen Faecher und eine CD mit Danzón Musik, nur Fotos habe ich leider keine...

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