Acapulco
Es wird Zeit, dass ich mich mal aus Acapulco melde. Es ist 8 Uhr morgens und abgesehen von dem hektischen Autoverkehr entlang der "Costera", der Kuestenstrasse an der mein Hostal liegt, ist es i Hostal ganz ruhig.
Ich kann nicht schlafen, und das liegt zum Teil daran, dass mein vierer Schlafsaal eigentlich eher eine Zelle ist. Meine Zimmernachbarin und ich nennen es auch "our prison cell". Es gibt kein Fenster, 4 Betten auf ca. 5 qm. Die Luft darin koennt ihr euch vorstellen. Oder vielleicht auch nicht, ich habe ja noch ncihts ueber das Klima hier erzaehlt.
Als ich vorgestern nach einer wirklich atemberaubenden Abfahrt ( von der mexikanischen Hochebene an die pazifische Kueste) hier aus dem klimatisierten Bus ausgestiegen bin, bin ich erst mal gegen eine Wand aus Hitze gelaufen. Ich bin mit einem mal in den Tropen gelandet. Man kann Tags und Nachts im Hemdchen rumlaufen, das Meer ist lauwarm.
Acapulco bei Tag ist leider alles das, was ich schlechtes davon erwartet hat. So ein bisschen Las Vegas an den Strand versetzt und 30 Jahre bernachlaessigt. Es ist laut, dreckig, im Wasser schwimmen die Kronkorken und die Kippen, man muss fuer alles bezahlen und zwar fuer Mexico teuer.
Aber Nachts...Acapulco muss man wohl nachts geniessen.
Gleich an meinem ersten Abend habe ich Salsa unter den Sternen am Strand getanzt. So etwas tolles habe ich noch nie gemacht. Es ist schliesslich das ultimative Urlaubsgefuehl.
Gestern abend, nach einem ziemlich ernuechternden Tag am Strand und im Gewuehl von Acapulco, sind wir als eine grosse Gruppe vom Hostal tanzen gegangen.
Und als um 4 Uhr die Disco geschlossen hat, schwimmen in einem Pool mit Wasserfall.
Meine Sorgen, hier alleine zu bleiben, sind voellig unberechtigt, eher das Gegenteil ist der Fall. Gestern Nacht war so toll. Wir waren eine Gruppe von 4 Amerikanern, 4 Serbiern, 1 Bosnierin, 1 Kroate, 1 Kanadierin, 1 Brasilene, 1 Mexikaner, 1 Englaender, 1 Daene. Es gab darunter Bademeister, Philosophiedoktoranten, Politikstudenten, Anthropologen, Biochemiker, Aussteiger...
Und noch eine andere gute Sache: Jetzt, nachdem ich wieder mehr Englisch spreche und viel dolmetschen muss merke ich, wie gut mein Spanisch geworden ist. Ich kann mich jetzt sogar in der Disco bei lauter Musik unterhalten und muss mich nicht so besonders anstrengen. Es ist viel leichter als in Chile.
Das ist so ermutigend, denn in Mexico habe ich kaum einen Fortschritt gemerkt.
Und ich bin froh, dass ich nicht nur als Turist nach Mexiko gekommen bin, denn die Einsichten, die ich durch die Arbeit im Krankenhaus bekomme, kann ich z.B. hier in Acapulco nie bekommen.

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